ImPROving cross-sectoral collaboration between primary and psychosocial care:
An implementation study on VIDEo consultations (PROVIDE)

English

Ziel, Konzept und Behandlungsmodell von PROVIDE

Ziel und Konzept

Die im Rahmen des Aktionsplans Versorgungsforschung geförderte BMBF-Nachwuchsgruppe PROVIDE hat zum Ziel, die psychosoziale Versorgung von Patienten mit depressiven und/oder Angststörungen in der Hausarztpraxis zu verbessern. Angesichts der steigenden Zahl an Menschen mit psychischen Störungen, die keine adäquate Behandlung bekommen, sind innovative Versorgungsformen vonnöten (Sachverständigenrat Gesundheit, 2015; Badura et al., Fehlzeiten-Report 2017). Unter dem Begriff integrated behavioural health (Crowley et al., Annals of Internal Medicine, 2015) hat sich die Behandlung von psychischen Störungen durch Psychotherapeuten in der Hausarztpraxis als eine effektive Form der Breitenversorgung erwiesen. Allerdings ist dieses Versorgungsmodell in kleinen und ländlichen Praxen ressourcenbedingt oft schwer zu verwirklichen (Fortney et al., International Review of Psychiatry, 2015). In PROVIDE sollen daher psychotherapeutische Videokonsultationen in der Hausarztpraxis eingeführt werden. Diese Konsultationen beinhalten v. a. Diagnostik, Behandlungsplanung und Krisenintervention oder Kurzzeitpsychotherapie (Archer et al., Cochrane Database of Systematic Reviews, 2012).

Behandlungsmodell: Wie werden Patienten in der Hausarztpraxis behandelt?

Die Spezifizierung des detaillierten PROVIDE Behandlungsmodells ist derzeit Gegenstand der laufenden Bedarfsanalyse.

Zielgruppe: Wer kommt für dieses Behandlungsmodell in Frage?

Besonders gut geeignet erscheinen psychotherapeutische Videokonsultationen in der Hausarztpraxis in erster Linie für Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen (Backhaus et al., Psychological Services, 2012; Kessler et al., Lancet, 2009; Kocsis & Yellowlees, Telemedicine and e-Health, 2017).

Nutzen/Chancen

Durch Sprechstunden/Konsultationen per Video werden lange Anfahrtswege, insbesondere in ländlichen Regionen, für Patient und Therapeut eingespart. Menschen mit psychischen Störungen haben die Möglichkeit, in ihrem gewohnten Umfeld in ihrer Hausarztpraxis eine fachpsychotherapeutische Konsultation per Videosprachstunde wahrzunehmen. Viele Patienten erleben Videosprechstunden als angenehm und gute Ausgangspunkte für eine gute therapeutische Beziehung (Kocsis & Yellowlees, Telemedicine and e-Health, 2017; Simpson et al., British Journal of Guidance & Counselling, 2009).

Risiken

Bisherige Studien aus dem angloamerikanischen Raum haben gezeigt, dass Videokonsultationen per se keine negativen Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Patient und Therapeut bzw. Arzt haben. Die Kommunikation lief in der Regel reibungslos und mit hoher Zufriedenheit (Hilty et al., Telemedicine and e-Health, 2013). Dennoch sind bei einem technologiebasierten Behandlungsansatz natürlich etwa technische Störungen möglich. Neben der besseren Versorgung von Patienten ist daher ein weiteres Ziel von PROVIDE, eine sichere, anwenderfreundliche und organisatorisch praktikable technische Plattform für die Realisierung von Videokonsultationen an der Schnittstelle zwischen hausärztlicher und fachpsychotherapeutischer Behandlung zu implementieren. Dadurch sollen bspw. Störungen des therapeutischen Prozesses durch technische Probleme (bspw. Ausfall oder Störung der Sprach-/Bildübertragung) vermieden werden.

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